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Synopsis (en here):

Im Filmprojekt "HÖLLE HAMBURG" geht es um ein Schiff, das im Hamburger Hafen von seinen Eignern im Stich gelassen wird, um dessen Mannschaft, die sich damit in einer ziemlich verzweifelten Situation wiederfindet und um eine Journalistin, deren Talent vom Fernsehen wenig, von einem Geheimdienstmitarbeiter dafür aber um so mehr geschätzt wird.
In der Mannschaft befindet sich eine Zelle eines mysteriösen Matrosengeheimkultes, der ein Residuum des Marineapparats der Komintern darstellt. Einige Zellen dieses Apparats haben die Auflösung der Komintern 1942 überlebt und haben mit der Zeit die alten Geheimcodes sowie das kommunistische Agitprop in sehr obsessive Trancetechniken übertragen: mittels eines Mediums kommunizieren sie mit den Geistern der Komintern-Funktionäre und übernehmen, von diesen geleitet, die Kontrolle über das Schiff.
Die Journalistin ist eigentlich damit beschäftigt, für einen Themenabend  einen Dokumentarfilm über moderne Regel- und Steuerungstechniken in  der Hafenlogistik herzustellen. Als  sie im Zuge ihrer Arbeit mit dem "abandoned ship" in Kontakt gerät, wird sie von den Geistern der Matrosen infiziert und nimmt in deren Besessenheitskult eine Funktion ein. So oszilliert sie zwischen ihrer Alltagswelt, in der sie u.a. Interviews im Hamburger Hafen macht und sich  wegen ihres Filmes mit ihrem Produzenten herumschlagen muss, und einer fremden, traumhaft-wilden Welt, in der alles, was normal zu sein scheint, von einer anderen Seite dargestellt wird.
Der Geheimdienstmitarbeiter schließlich kriegt ziemlich schnell heraus, dass er nur über die Journalistin an das mysteriöse Matrosennetzwerk herankommt, dessen Existenz eine potenzielle Sicherheitslücke in der internationalen Seefahrt darstellt. Zunächst operiert er geschickt mit der Verführung durch seine Kontakte, die der Journalistin in ihrer Karriere weiterhelfen könnten. Als er damit bei ihr an eine Grenze stößt, greift er zu anderen Mitteln und die Lage eskaliert.
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Synopsis:

The film project "HELL HAMBURG" is about a ship that is abandoned in Hamburg’s harbour by it’s owners, the crew who then find themselves in a desperate situation and a female journalist whose talents are barely recognised by the film company she works for but all the more so by  an agent of the secret services.
Within the crew, there is a small group who are members of a mysterious and secretive seafarer’s cult that represents the residuum of the marine section of the Comintern. Several cells of this organisation survived the Comintern’s disintegration in 1942 and have transformed it’s secret codes as well as the communist agitprop using an obsessive trance technique : through a medium, they communicate with the dead souls of the Comintern functionaries and guided by them, they take control of the ship.
The journalist is actually busy shooting a documentary film about
the regulations and logistics of running a modern-day port and harbour.
However when her work brings her into contact with the abandoned ship, she becomes contaminated by the ghosts of the seemen and and assumes a role in their cult of trance and possession. And so she sways between her everyday life, working on her film doing interviews at the harbour and bashing heads with her producer, and a strange, dream-like and wild world in which everything that appears to be normal is presented from another side.
A secret service agent quickly recognises that only this journalist can lead him to the mysterious seafarer’s network whose exsistence poses a potential security breach in the world of international shipping. At first, he cunningly tries to seduce the journalist with a promise of illustrious contacts as a means of furthering her career but as he comes up against a wall, he turns to other methods and the situation escalates dramatically.
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Filmisches Konzept (en here):

 

Du wirst geweckt.
Du bringst dein Kind zur Tagesmutter und gehst zur Arbeit: auf dem grauen Streifen, der den Tag von der Nacht trennt.
Etwas liegt noch auf deinem Bewusstsein herum. Eine Form. Eine blasse Schablone. Eine Erinnerung ohne Gestalt.
Dann bist du wach und arbeitest.
Das Telefon klingelt. Du hebst ab.
Der Apparat verschaltet sich mit deinem zentralen Nervensystem:
"Gib dich der reflektorischen Erregung hin"

 

Musik

Der Raum verkettet sich mit deinem Körper. Du sprichst eine Sprache, die du vorher nicht verstanden hast. Wörter, die von außen in dich eindringen. Jemand ist gerufen worden."Hölle Hamburg" hat eine musikalisch komponierte Tonspur und ein paar reine Musikszenen. Die Loops und Tracks ihrer Musik rhythmisieren den Handlungsraum und organisieren die Übergänge zwischen den Welten. Und wie der Schatten eines Traumes, den man nicht loswird, legen sich über diesen Raum die merkwürdigen Rhythmen Hanns Eislers.

 

Kamera & Montage

Der Apparat ist das Kollektiv, in dem du dich verlierst. Nur das Kollektiv verfügt über die Gewalt, die dich befreien kann, und die mehr ist als das gewalttätige Ausagieren deiner eigenen Verstrickung.

Unsere Anrufung gilt dem Konstruktivismus der russischen Avantgarde. Er betritt die Gegenwart als Wiedergänger, als Untoter, der mit der absurden und notorischen Realität, in der du lebst, noch eine Rechnung offen hat.
Die Kamera löst die Bewegungen in ihre Einzelelemente auf und die Montage konstruiert aus ihnen den Raum der Handlung. Das musikalische Prinzip dehnt sich auf den ganzen Film aus. Und wie bei Pudovkin folgt auch die Tonspur diesem Montageprinzip.

 

Schauspiel

Du hörst Ismael: "Wat schall dat ööverhaupt sin: Ick. Du bis nich din Egendom. Dat büst du erst, wenn de Revolutschon siegt hett." Wer fühlt durch deine Haut? Wer sieht durch deine Augen? Wer spricht durch deinen Mund? Wer sagt hinter Haut, Augen, Mund auf deiner Stimme "Ich"?

Auf die empathischen Fähigkeiten der Schauspieler, eine Kontinuität von Gefühl, Handlung und Identifizierung herzustellen legt sich die Singularität der einzelnen Geste, des einzelnen Blicks, des einzelnen Wortes.
Bis sie sich, außerhalb der Kontinuität, neu zusammensetzen: in der Trance. Im rhythmischen Raum der Trance kommen die Emotionen "von außen", und das ist es, was Mathew verlangt, wenn er sagt: "Giv di de reflektorischen Erregung hin".

"Hölle Hamburg" thematisiert die Grenze zwischen Innen und Aussen, die in der heutigen Ordnung des ständigen Ausnahmezustandes Objekt ständiger Verschiebungs- und Verdichtungsoperationen ist.
Das Projekt geht von der Hölle aus, die jetzt und hier da ist und statt hat: die Wirklichkeit des Banns, die man, wie gesagt werden wird, nur in den Schatten sieht.
Und es geht von Hamburg aus, einer Stadt, die im Zentrum ihrer Identität mit dem Freihafen eine große Anti-Stadt in sich trägt und die außerdem den Wandel zur unternehmerischen City weitgehend abgeschlossen hat.

 

Die Struktur von "Hölle Hamburg" wird durch drei Ebenen bestimmt:

1) Eine Materialebene, auf der mittels Interviews und dokumentarischen Aufnahmen Aspekte des komplexen Systems "Hafen" abgebildet werden: von den "automatic guided vehicles" der Containerterminals zu den "abandoned seafarers". Die Logistik, die von der Terminierung der Schiffe, den Bewegungen der Container und Stückgüter bis zur Hinterlandanbindung alle Prozesse informatorisch verdoppelt. Die internationale Vernetzung über Kapitalbeteiligungen, Anlagenbau und den Export von Know-How. Die Arbeitsbedinungen von den white-collar-jobs im Consulting bis zu den Sklavenschiffen unter den internationalen Registern der Billigflaggen. Die neuen post-9-11-security-standards.

2) Eine Narrationsebene, auf der die Identifikationsfigur Vera ihre prekäre Existenz zwischen ihrer subjektiven Autonomie und dem Zwang, sich zu verkaufen und anzupassen (ohne genau zu wissen, an was) organisieren muss. Vera ist Dokumentarfilmerin und hat seit langem mal wieder einen Auftrag fürs Fernsehen: eine Reportage über den Hamburger Hafen. Als sie dabei auf eine von seinen Eignern verlassene Schiffsmannschaft stößt, unter denen sich einige Mitglieder eines Geheimbundes befinden, der sich aus Residuen der Marineabteilung der Komintern entwickelt und die geheimen Codes und das Agitprop zu Trancetechniken transformiert hat, gerät nicht nur ihr Leben, sondern der ganze Hafen durcheinander.

3) Eine Tranceebene, auf der durch einen rhythmisch-musikalischen Raum Gefühle von außen induziert werden und die jamaicanischen, philippinischen, lateinamerikanischen und russischen Matrosen den Geistern der Kominternfunktionäre Hirn, Nerv und Muskel zur Verfügung stellen. Die Abbildung eines performativen Experiments mit Techniken der Veränderung des Selbst, die sich sowohl auf die Lehrstücke Brechts (insbesondere "Die Massnahme") als auch auf die subversiven Aneignungen der kolonialistischen Rituale bei den Rastafaris und den Haouka beruft (insbesondere dem Experiment der "Cinetrance" in Rouchs "Les Mâitres Fous") sowie auf die kinematografischen Trance-Räume der Musicalfilme beruft. Konstitutiv für diese Ebene ist die Anwendung von Musik.
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Concept:

You are awoken.
You bring your child to daycare and you go to work : on the grey tracks that seperate the day from night.
Something is lying on your consciousness. A shape. A pale silhouette. A memory without form.
Then you're awake and working.
The telephone rings. You pick it up.
The apparatus connects itself with your central nervous system:
"Devote yourself to the Reflectory Excitation".

 

Music

The room interlinks itself with your body. You speak a language you couldn't understand before. Words that penetrate your body from the outside to the inside. Someone has been called.

"Hölle Hamburg" has a composed, musical sound track and several scenes that are entirely musical. The loops and tracks create the rhythm of the film’s narrative ambience and define the transition betweeen the worlds. And like the shadow of a dream that you can’t seem to shake the space is covered by the curious rhythms of Hanns Eisler.

 

Camera and Montage

The organisation is the collective in which you loose yourself. Only the collective posesses the violence which is able to liberate you and which is more than the extraversion of your own ensnarement.

Our invocation is to the constructivism of the Russian avant-garde. It enters the present day as a spirit returned, one of the undead, who seeks revenge from the notorious and absurd reality which you call your own.
The camera breaks the movements down into singular elements and as a closely juxtaposed composite, they construct the space in which the story occurs. The musical maxim stretches over the whole film. And as with Pudovkin, the sound track adhers to the same principle of montaging.

 

Acting

You hear Ismael : "What does that mean: I? You are not your own property. That can only come to be when the revolution has prevailed."
Who feels through your skin? Who sees through your eyes? Who speaks through your mouth? Who, behind your skin, eyes and mouth, says the word "I"?

It is the empathic abilities of the actors that upholds the continuity of emotion, narrative and identification as well as the uniqueness of the individual gesture, the individual glance, the individual word. Until, outside of the continuity, they are rearranged: in a trance state. In the rhythmic space of the trance, emotions come "from outside" and that is what Mathew demands when he says : "Devote yourselves to the Reflectory Excitation".

 

"Hölle Hamburg" makes a theme of the borders between inside and outside, which in the permanent emergency state of our current times, has become the subject of permanent condensation and displacement.
The project starts out from the hell that is here and now and in place: the reality of the ban, that, so we will be told, can only be seen in the shadows.
And it takes place in Hamburg. A city that with the freeport carries a anti-city in in the midst of it’s identification and yet has otherwise almost fully transformed itself into a  corporate city.

 

The structure of "Hölle Hamburg" takes place on three levels:

1) A material level on which, with the aid of interviews and documentary scenes, aspects of the complex system "harbour" are depicted: from the "automatic guided vehicles" in the container terminal to the "abandoned seafarers". The logistics which doubles all processes into information; from the ship termination, the transport of containers and general cargo to the hinterland connections. International networking through shareholding, plant engeneering and the export of know-how. The working conditions in the white-collar consulting jobs to the slave ships under the international registration of the flags of convenience. The post 911 security standards.

 

2) A narrative level on which the main protagonist, Vera must organise her precarious existence, balancing between her subjective autonomy and the necessity of selling herself and fitting in (without exactly knowing with what). Vera makes documentary films and has, for the first time in a long while, a commission for a TV slot : a report about Hamburg’s docks and harbour. Her work brings her into contact with the crew of an abandoned ship, several of whom are members of a  secret society that has evolved out of the residuum of the marine arm of the Comintern and has transformed the old secret codes and agitprop using a trance technique. This encounter threatens not only the stabilty of her life but also of the whole harbour.

 

3) A trance level, on which a rhythmic-musical space induces emotions from the outside and the Jamaican, Filipino, South American and Russian sailors lend their brains, nerves and muscles to the ghosts of the Comintern functionaries. A depiction of a performative experiment involving techniques of self tranformation that refers to Brecht’s didactic pieces (particularly "The Measure Taken") as well as the subversive appropriation of colonial rituals by the Rastifaris and the Haouka (particularly the "Cinetrance" experiment in Rouch’s "Les Mâitres Fous") and also the cinematographic trance spaces of the musical film. Essential for this level is the employment of music.
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HH-Hintergründe
1 abandoned ships: flags of convenience & bann
2 hhla, hpc, ips: logistik & sicherheit
3 ish: geschichte & katastrophe
4 massnahmen: agitprop & reflexologie
5 les maitres fous: geister & ordnung
















































































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1

abandoned ships: flags of convenience und bann

im august 1999 wurde die verona im hamburger hafen festgesetzt und von den eignern, zwei schwedischen brüdern verlassen. die mannschaft harrte etwa ein jahr ohne heuer und ohne proviant auf dem schiff aus, bis es zwangsversteigert und aus dem erlös die ausstehende heuer beglichen wurde. es war der erste fall eines abandoned ship in hamburg und erregte einiges aufsehen. abandoned ships sind allerdings ein in anderen häfen häufigeres phänomen und sind u.a. das resultat einer faktischen umgestaltung der beziehung zwischen recht und territorium.

vor 50 jahren dominierten die flotten einiger führenden schifffahrtsnationen die internationale schifffahrtsindustrie. die mehrheit der beschäftigten waren staatsangehörige der länder, in denen die schiffe registiert waren. ihre arbeitsverhältnisse wurden durch die rechstssysteme der heimatländer geregelt und durch starke gewerkschaften ihrer heimatländer geschützt. insofern gab es ein effektives kontrollsystem durch die flaggenstaaten.

heute wird die industrielle schifffahrt durch die „flags of convenience“ („billigflaggen“) von staaten mit internationalen registern dominiert. in der regel sind weder die schiffseigner noch die seefahrer einwohner der länder, unter deren flagge die schiffe registiert sind (das sind u.a. panama, malta, zypern, liberia, honduras).
seit langem schon hat die itf in mehreren kampagnen auf die symptome und folgen der billigflaggen hingewiesen:

zum einen sind die seefahrer damit objekte eines rechtsverhältnisses, das mit dem land, aus dem sie stammen, nichts zu tun hat. in der regel zeichnen sich die länder der billigflaggen durch besonders unsichere rechtssysteme aus. das hat zur konsequenz, dass die mehrheit der schiffe juristisch deterritorialisierte gebilde sind, auf denen im nicht so seltenen extremfall rechtsverhältnisse durch gewaltverhältnisse ersetzt werden.
auf der anderen seite besteht zwischen der staatsbürgerschaft und dem faktischen schiffseigner keine verbindung mehr, meistens werden die schiffe als „one-ship-companies“ geführt und sind im besitz von in den billigflaggenländern registrierten briefkastenfirmen, deren einziger aktivposten das schiff selber ist.
beim eintreten eines schadensfalles oder der aufgabe des schiffes durch den eigner, ist es oft unmöglich, diesen zu identifizieren und zur verantwortung zu ziehen. ein solches schiff wird dann zum problem des hafenstaates, der nicht selten die mannschaft des schiffes für das problem des verlassenen schiffes verantwortlich macht.

die itf verzeichnet jedes jahr hunderte von seeleuten, die mit ihren schiffen von den eignern verlassen werden (mit einer hohen dunkelziffer). sei es, dass das schiff havariert ist oder weil es von den lokalen hafenbehörden aus unterschiedlichen gründen festgesetzt wurde. da es keinen verantwortlichen für die versorgung der mannschaften mehr gibt, sind die seefahrer auf sich gestellt und ohne geld und verpflegung mit dem problem des nackten überlebens konfrontiert. falls der faktische eigner noch interesse an dem schiff hat, spekuliert er auf die aushungerung der mannschaft und ihre aufgabe, so dass er das schiff ohne begleichung seiner heuerschulden und übernahme der repatriierungskosten wieder in besitz nehmen kann.
die flaggenstaaten, bei denen die abandoned ships registriert sind, zeigen selten interesse an den schiffen und auch die hafenstaaten verweigern verlassenen seefahren oft jede hilfe, zumal das unproduktive schiff dann auch liegeplatz blockiert.
so harren die verlassenen seeleute monate bis jahre auf ihrem schiff aus, bis sie wenigstens die rückkehr in ihre heimatländer organisiert haben, fristen in der zeit ein elendes dasein und werden nicht selten opfer von übergriffen.

das jahrhundertealte rechtssystem der schifffahrt, das schiffe im seerecht juristisch zu territorien in beziehung setzte ist damit aufgeweicht und hinfällig geworden. gestrandete schiffe sind nicht mehr teile eines zwar abwesenden aber dennoch faktischen territoriums sondern staatenlose fragmente, die keine anbindung an ein territoriales rechtssystem mehr haben und bestenfalls unter das überterritoriale völker- oder menschenrecht fallen.

die mannschaften gestrandeter schiffe sind also in mehrfacher hinsicht in einem außerhalb rechtsnormen befindlichen status: 1. aufgrund des verhältnisses ihres eigenen bürgerstatus zum territorium der billigflagge, 2. indem ihr vertragsverhältnis wegen der provisorischen juristischen repräsentation des eigners keinem juristischen territorium mehr zuzuordnen ist, 3. indem das territoriale fragment selber, auf dem sie sich befinden, das schiff, sich außerhalb einer rechtsordnung befindet und 4. indem sie selber nicht bürger der staaten sind, in dem sie verlassen wurden und keinen geregelten aufenthaltsstatus haben.

die mannschaft eines abandoned ships befindet sich damit in genau dem zustand des nackten lebens und in der beziehung des banns, der, wie agamben ihn beschreibt, sowohl den ausschluss aus der gemeinschaft als auch den befehl und das banner des souveräns meint: „tatsächlich ist der verbannte ja nicht einfach außerhalb des gesetzes gestellt und von diesem unbeachtet gelassen, sondern von ihm verlassen, das heißt ausgestellt und ausgesetzt auf der schwelle, wo leben und recht, außen und innen verschwimmen.“
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2

hhla, hpc, ips: logistik und sicherheit

2.1

geschichte & unternehmen

der in den 80er jahren des 19. jahrhunderts durch bismarck erzwungene zollanschluss hamburgs war die geburtsstunde des freihafens (der heute immer noch zollausland ist) und der speicherstadt, für die alle gebäude in den quartieren wandrahm und kehrwieder abgerissen und 20.000 menschen umgesiedelt wurden. diese quartiere waren „gängeviertel“ gewesen: chaotische, unhygienische no-go-areas.
der bau der speicherstadt schloss damit die großen sanierungswellen des 19. jahrhunderts ab, mit dem hamburg sich zur industriellen stadt umorganisierte und die einschließungsmilieus der disziplinargesellschaft errichtete. wie deleuze im postscriptum schrieb: „konzentrieren, im raum verteilen, in der zeit anordnen, im zeit-raum eine produktivkraft zusammensetzen, deren wirkung größer sein muss als die summe der einzelkräfte“.

die industrialisierung des hamburger hafens übernahmen die 1865 gegründete staatliche kaiverwaltung und die 1885 gegründete „hamburger freihafen und lagerhaus-gesellschaft“.
1939 ging aus der fusion der beiden körperschaften die hamburger hafen- und lagerhausaktiengesellschaft (hhla) hervor.
nachdem im darauffolgenden krieg die hafenanlagen weitgehend zerstört worden waren, war die hhla bis 1956 mit dem wiederaufbau des hafens beschäftigt.
1966 wurde am containerterminal burchardkai (ctb) das erste containerschiff abgefertigt und 2 jahre später die erste containerbrücke in betriebe genommen. damit hatte die hhla das nächste kapitel in der organisation des hafens aufgeschlagen.
1984 wurden auf den van carriern datenfunksysteme zur genauen steuerung der containergestellung eingerichtet.
mitte der 80er jahre geriet der hamburger hafen in eine krise, die sich mit der öffnung der osteuropäischen märkte in ihr gegenteil verkehrte. der hamburger hafen konnte sich zu einer schlüsselschnittstelle der warenströme des weltmarktes von und nach osteuropa entwickeln.
2003 wurde das containerterminal altenwerder (cta) eingeweiht, das zur zeit das modernste containerterminal der welt ist.

die hamburger hafen und logistik ag (hhla) ist mit heute ihren anlagen, den 63 töchtern und ihren internationalen beteiligungen das größte und wichtigste hafenumschlagunternehmen in hamburg und steht international an der 12. stelle.

die hhla profitiert zum einen von dem seit mehreren jahrhunderten gewachsenen kapitalstock der stadt und seiner kaufmannsklasse, dem ballungsraum hamburg mit seinen standortvorteilen und der spezifischen geographischen situation hamburgs, die leistungsstarke hinterlandtransportsysteme erlaubt und die das produkt einer raumplanung ist, die seit dem 19. jahrhundert agiert.

mit ihrem vorsprung an kapital und know-how hat die hhla erfolgreich große teile der hinterlandanbindung osteuropas besetzen können und neue transportkombinationen aufgebaut. über die kooperationen polzug und medrans mit polen und tschechien hat ist die hhla an einem hinterland-transportnetz beteiligt, das bis zentralasien reicht, womit die hhla die güterströme in den ostseeraum und nach mitteleuropa über hamburg kanalisiert.

 

 

2.2

logistik

durch die drastische verkürzung der produktlebenszyklen und der postfordistischen flexibilisierung der produktion ist die logistik zu einem schlüsselfaktor in der wirtschaft geworden. ein trend zum outsourcing der logistik setzte in den 80er jahren ein, so dass sog. 3pl (third-party logistics, logistikdienstleister) immer wichtiger wurden. dieser trend setzt sich weiter fort und geht heute wiederum zu den 4pl (integrators, die die gesamte logistikkette übernehemen und gegenüber den unternehmen als black box fungieren).

die hhla bietet die gesamte logistische kette von verpackung, transport, umschlag, terminierung an.

informationstechnologie ist im logistikbereich ausgesprochen wichtig, vor allem in den geschlossenen systemen selbst: die automatische erkennung und verfolgung der einzelnen güter, die ausnutzung von leerzeiten und rationalisierung des gesamten umschlagsvorgangs sind wichtige wettbewerbsfaktoren.

interessant ist in diesem zusammenhang, dass sich der hafen heute wieder einem selbstregulierenden system annähert, wie er es vor der epoche der disziplinargesellschaft war, mit dem kleinen unterschied, dass das system in unserer epoche informatorisch verdoppelt ist und die selbstregulierung auf dieser ebene der modulationsinstanzen der kontrollgesellschaft stattfindet.

2.3

wissensproduktion & internationale verflechtung

eine strategisch wichtige tochter der hhla ist die hpc (hamburg port consulting gmbh). die hpc wurde 1976 als unabhängige tochter der hhla gegründet und ist ein auf hafen- und transportfragen spezialisiertes international agierendes consultingunternehmen. die hpc ist für die hhla gleichzeitig ein internationaler kontaktvermittler.
mit seinen über 100 beratern umfasst das leistungsspektrum der hpc volks- und betriebswirtschaftliche konzeptstudien, geschäftsprozessanalysen, managementberatung sowie die technische und operative umsetzung der vorschläge bis zur übernahme der linienfunktion.

ein wichtiger teil der arbeit besteht in der entwicklung und moderation von raumplanung und stadtentwicklung.
da häfen im allgemeinen sich in historisch gewachsenen stadtstrukturen befinden, hat die anpassung eines standortes an neue logistische anforderungen in der regel auswirkungen auf die stadtentwicklung. zum beispiel wurden in hamburg ende des 19. jahrhunderts 20.000 menschen aus den gängevierteln umgesiedelt um auf diesen arealen, dem generalplan folgend, die speicherstadt zu bauen. mit der einführung der containerschifffahrt und dem damit einhergehenden bedarf an größeren flächen und tieferen fahrrinnen wurde dieser (innerstädtische) teil des hafens ökonomisch uninteressant. dafür wurde anfang der achziger jahre das dorf altenwerder geräumt und abgerissen und auf diesem gebiet 2003 das moderne containerterminal altenwerder (cta, siehe unten) gebaut. die alten, innerstädtischen hafengebiete werden nach Jahren der Verödung im z.zt. größten städtebaulichen projekt europas zur hafencity umgebaut, das den standort hafen auf sekundärer (ambiente-)ebene nutzt.

neben den klassischen consultingaufgaben: businessplanerstellung, restrukturierung, managementberatung, marktanalysen etc. bietet die hpc außerdem ein weites spektrum an ingenieurleistungen und wissensproduktion an. it-strategien zur umfassenden planung des research&development, implementierung von systemlösungen für hafen, umschlagterminals hinterlandtransport und schifffahrt, lösungen zur integration der logistischen ketten, anlagenplanung und -bauleitung, containersteuerungssysteme und real-time abbildungen von containerbewegungen in client/server-systemen sowie kartierungssoftware, hydrographie und gis (geographische informationssysteme).

2.4

sicherheit

nach dem 11. september sind durch die imo (international maritime organisation) neue sicherheitsstandards für häfen festgelegt worden, die ab dem 1.7.2004 eine zertifizierung nach dem dann in kraft tretenden isps (international ship and port facility security)-code notwendig machten.
daraufhin hat im august 2003 die arbeitsgemeinschaft „international port security“ (ips) ihre arbeit aufgenommen. die ips bietet komplettpakete zur zertifizierung von häfen nach dem isps-code an.
die ips ist ein joint venture der hpc mit der germanischer lloyd ag und der international maritime security ltd. (ims, ashcroft, großbritannien). die ims ist seit 1986 ein weltweit anerkannter spezialist für maritime sicherheit und setzt sich aus ehemaligen royal-navy-offizieren und angehörigen des central intelligence corps der britischen armee zusammen.

2.5

cta, agv: simulation und automaten

am sonnabend, den 17.1.04 machte die oocl shenzen (mit einer länge von 323 m eines der größten containerschiffe der welt) am containerterminal altenwerder (cta) fest. am montag, den 19.1.04 lief sie wieder elbabwärts aus. in der dazwischen liegenden zeit bewegten die umschlaggeräte des cta 7799 standardcontainer. dazu kamen weitere 388 bewegungen wie abnehmen von lukendeckeln oder stückgutverladungen.
damit wurde am cta ein neuer internationaler abfertigungsrekord aufgestellt.

das cta ging nach extrem kurzer bauzeit und verschiedenen umordnungen von teilen des hamburger territoriums und seiner bewohner, die bis in die zweite hälfte des 19. jahrhunderts zurückreichen (s.o.), am 24.6.2002 an der stelle in betrieb, wo früher das fischerdorf altenwerder war.

der cta zeichnet sich durch einen hohen grad an softwaregestützer „augmented reality“ aus, in die die container, ihre jeweiligen zielhäfen, der aktuelle ladezustand des schiffes und das containerlager abgebildet werden. praktisch der gesamte materialfluß innerhalb des terminals mit einer kapazität von 30.000 containern gleicht einem auopoietischen system, das von einer verteilten, javabasierten terminal und logistiksteuerung (tls) gesteuert wird. sie generiert aus den arbeitspaketen einzelne aufträge, die danach von den steuerungssystemen der automatischen geräte in bewegung umgesetzt werden.
der größte teil des lagers ist no-go-area, hier werden die container von den automatischen portalkränen gestapelt und auf die automatic guided vehicles (agv) gestellt, die, von der tls gesteuert, die container im lager hin- und herfahren.

die agv’s sind mit einer gewissen handlungsfelxibilität ausgestatet. jede der rollenden plattformen aktiviert auf ihrer route immer nur die umliegenden transponder und sperrt sie für andere fahrzeuge. so sucht sich jedes agv selbstständig den kürzesten verfügbaren weg zum nächsten auftrag, bremst, beschleunigt, weicht aus und überholt. und fährt eigenständig an die zapfsäule, wenn es notwendig ist. das nachfüllen übernimmt via kamerabild ein roboter.

die entwicklung der software des cta fand und findet in einer simulationsumgebung statt, in der planung, realisierung und anwendung ineinander übergehen. auf dieser kontrollebene ist der komplette materialfluss informatorisch verdoppelt und findet eine ständige anpassung der tls auf modellebene statt, bzw: modell und materie werden ständig aufeinander bezogen und aktualisiert.

diese riesige, materie im bereich von dekatonnen bewegende modulationsinstanz ist ein medium mit einer taktung und einem raster, die flexibel sind. nicht umsonst fasziniert das „geisterballett“ der agvs, denn medien haben immer etwas mit der anrufung der geister der toten zu tun, sei es zu ihrer bewirtung oder, wie hier zu ihrer kontrolle.
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3

ish: geschichte und katastrophe

anfang der 20er jahre des 20. jahrhunderts arbeiteten aktivisten des matrosenaufstandes im sowjetischen exil am aufbau des ipac - transport mit, dem internationalen propaganda- und aktionsausschuss der transportarbeiter. 1922 bekam ein deutscher seemann namens albert walter die leitung des ipac-transport übertragen. er ging nach hamburg, um von hier aus die internationale organisierung der seeleute zu betreiben.

in hamburg eingerichtet entwickelte er die „hamburger methode“ zur erfassung und organisierung der seeleute. jedes in hamburg ankommende schiff wurde von hafenaktivisten besucht. in der regel unter klandestinen bedingungen. mit broschüren, flugblättern und losungen des tages wurden die mannschaften agitiert. nach möglichkeit wurden auf den schiffen kommunistische zellen und aktionsausschüsse gebildet. außerdem wurden sie über alle einzelheiten ihrer schiffe ausgefragt. die informationen wurden in einer legendär gewordenen kartei geordnet und gespeichert.

die internationale kommunistische organisierung der seeleute und hafenarbeiter war wegen der ökomonischen und strategischen bedeutung der schifffahrt ein besonders wichtiges anliegen der komintern. im laufe der 20er jahre gelang es der komintern weitgehend, das weite spektrum von linkssozialistischen bis zu den anarchosyndikalistischen organisationen auf ihre linie zu bringen oder auszuschalten. übrig und von den kommunisten heftig bekämpft blieb die sozialistische itf (internationale transportarbeiterföderation), die heute noch existiert.

in allen wichtigen häfen wurden kommunistische seemannsclubs gegründet, die „interklubs“. ende der 20er jahre gab es interklubs in 42 häfen rund um den globus und auf den schiffen aller wichtigen linien zellen kommunistischer matrosen.
das operative hauptquartier dieses netzes war im hamburger interklub in der rothsoodstr. 8 in der nähe des michels.

die organisierung der seeleute folgte neben dem unmittelbar klassenkämpferischen einem strategischen zweck: sie war die hardware des internationalen kommunikationssystems der komintern. es gab ein großes geflecht von verschiedenen, mehr oder weniger klandestinen nachrichtenapparaten, die international agierten und dabei auf die illegalen strukturen der kommunistischen seeleute zurückgriffen. die oms, der kurier- und nachrichtenapparat der komintern, die gpu, der sowjetische geheimdienst (nachfolger des nkwd und vorgänger des kgb) und die gru, der militärische geheimdienst der sowjetunion. neben diesen gab es noch zahlreiche kleinere apparate der internationalen und nationalen kommunistischen organisationen.

mit dieser globalen infrastruktur konnten die kommunistischen apparate subventionen aus moskau an die schwesterparteien verteilen, propagandamaterial und waffen schmuggeln und flüchtlinge transportieren. politische instrukteure konnten illegal als blinde passagiere um die ganze welt reisen.

1927 setzte die bolschewisierung der komintern und damit eine zentralisierung und disziplinierung der internationalen verbindungen ein. die komintern und ihre apparate wurde immer mehr zum informellen arm der sowjetischen aussenpolitik.

um 1930 nahm der politische kampf um die schiffahrt immer mehr an schärfe zu.
der secret service, der international mächtigste geheimdienst der maritimen großmacht großbritannien operierte gegen die komintern.
die deutschen reeder hatten ihre eigenen apparate um informationen über die kommunistischen zellen zu gewinnen und diese auszuschalten.

1930 wurde in hamburg die ish (internationale der seefahrer und hafenarbeiter) gegründet um dem informellen netz der seeleute eine gewerkschaftliche dachorganisation zur seite zu stellen. unter dem deckmantel der gewerschaftlichen tätigkeit ging es vor allem um die intensivierung der internationalen connections, der absicherung der nachrichtendienstlichen aktivitäten und die kontrolle über die seefahrtslinien und häfen im sinne der komintern.
die ish war eine effektive bolschewistische organisation, die eine große offizielle gewerkschaftsorganisation mit einem geheimen militärischen kern verband. jederzeit konnte an irgendeinem hafen ein streik ausgerufen werden, es gab effektive propagandakommitees, agitproptruppen, kampforganisationen.

generalsekretär der ish, die ihren hauptsitz im hamburger interklub hatte wurde albert walter. neben ihm zu nennen sind richard krebs, leiter des interklubs und funktionär der ish, sowie ernst wollweber, der chef des „deutschen einheitsverbandes“, der deutschen sektion der ish.

die macht der geheimen apparate der komintern und der udssr war 1931/32 auf ihrem höhepunkt. unter dem deckmantel seiner gewerkschaftlichen tätigkeit wurde richard krebs zum internationalen politischen instrukteur der komintern. er gehörte damit zum besonderen agentenkorps, das die verwendung der gelder und die einhaltung der weisungen aus moskau kontrollierte.

diese instrukteure dirigierten hinter den kulissen streiks oder organisierten die absetzung mißliebiger funktionäre. inwieweit sie bei dieser tätigkeit unmittelbar aufträge sowjetischer geheimdienste ausführten, ist bis heute schwer zu sagen.

im oktober 31 organisierten krebs und walter einen großen streik der deutschen seeleute. da sich der streik nicht so recht durchsetzen konnte, wurden in der sowjetunion 42 deutsche schiffe festgesetzt, indem man die mannschaften mehr oder weniger zum solidaritätsstreik mit den kollegen in hamburg und bremen zwang. schließlich, nachdem die deutschen reeder schiffe mit streikbrechern in richtung sowjetunion schickten, wurde der streik fallen gelassen. die führung ließ die einfachen genossen im stich, um die verbindungen der zellen auf den schiffen nicht zu gefährden.

insbesondere das forcierte vordringen der naziverbände in den hamburger hafen stellte allmählich eine bedrohung der territorialen hegemonie der kpd in den häfen dar. am schaarmarkt hatte der marinesturm der sa ein surmlokal eröffnet. fast täglich kam es zu kämpfen mit der roten marine, der kampforganisation der kpd im hafengebiet, die sich im abstand wie tribale territorialkämpfe lesen, mit allem was dazugehört: von der eroberung von standarten bis zur verstümmelung von ermordeten gegnern.

ende mai 32, sechs wochen vor dem „altonaer blutsonntag“, fand in hamburg-altona ein großer internationaler kongreß der ish statt, zu dem delegierte aus allen teilen der welt (und zum großen teil als blinde passagiere) anreisten.

im januar 33 wurden die karten neu gemischt:

albert walter wurde sofort verhaftet. die hamburger gestapo folterte seine alte mutter solange, bis er zusammenbrach, alles aussagte, was er wußte und zum berater der gestapo in fragen der schifffahrt wurde.

das westsekretariat der komintern wurde von berlin nach kopenhagen verlegt und mit ihm die leitung der ish. ein versuch der kpd, albert walter in hamburg zu liquidieren, schlug fehl. in letzter sekunde konnte die „hamburger kartei“ der ish vor der gestapo gerettet und nach kopenhagen gebracht werden.
das netz der seeleute war wichtiger denn je. kommunistische kader auf deutschen und anderen schiffen waren die entscheidende verbindung zu den illegalen strukturen der kpd in deutschland.

krebs und wollweber organisierten an der nord- und ostseeküste skandinaviens streiks der hafenarbeiter „gegen die hakenkreuzfahne“, die die deutschen schiffe seit der machtergreifung an der gaffelstange führen mußten. 1933 wurde krebs nach hamburg zurück geschickt, um die zusammengebrochenen strukturen dort wieder aufzubauen. er wurde nach kurzer zeit verhaftet.

die komintern hatte auf ihrem vii. kongress 1935 eine kehrtwendung in bezug auf die sozialdemokratie vollzogen. angesichts der wachsenden bedrohung durch den pakt der achsenmächte wurde die volksfront-strategie ausgerufen und das primat des klassenkampfs zurückgestellt. die untergrundapparate sollten natürlich weiter arbeiten, mußten aber jetzt von der offiziellen kommunistischen bewegung abgekoppelt werden, damit diese bis in das liberale bürgerliche lager sollten bündnisse schließen konnte.

ernst wollweber wurde in die udssr berufen. unter der leitung von ossip piatnatzki und dem militärischen geheimdienst der udssr fand eine klausur statt, in der die berüchtigte „organisation wollweber“ aus der taufe gehoben wurde. wollweber baute einen spionage- und sabotagering auf, dessen einheiten nach den schärfsten regeln der konspiration organisiert waren.

es waren gruppen zu höchstens sechs mitgliedern, von denen nur dem leiter die verbindung zur nächsten hierarchieebene bekannt war. die mitglieder waren zum größten teil ehemalige ish-kader und kommunistisische seeleute, die aus allen kommunistischen organisationen austreten mußten.
diese einheiten wurden besonders während des spanischen bürgerkrieges wichtig, um den nachschub deutschlands, japans und italiens für die franco-truppen zu sabotieren.

diese netzwerke waren den nationalsozialisten natürlich ein schwerer dorn im auge, und sie unternahmen große anstrengungen, um sie zu zerschlagen. die große organisation zerfiel mit dem hitler-stalin-pakt in kleine, direkt den auslandsgeheimdiensten der udssr unterstellten ringe und solchen, die selbständig gegen die nazis arbeiteten und den kontakt zum widerstand in deutschland aufrechterhielten oder sich unter die fittiche der itf, der sozialistischen internationalen transportarbeiterföderation mit sitz in antwerpen begaben.
viele ish-kader fielen der gestapo oder den säuberungswellen in der sowjetunion zum opfer. spätestens 1942, mit der auflösung der komintern, war das ende dieses globalen netzes der kommunistischen matrosen, das sich aus allen möglichen nationalitäten zusammensetzte, besiegelt.

(siehe v.a.: ernst v. waldenfels, der spion, der aus deutschland kam, berlin 2002)
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massnahmen: agitprop und reflexologie

der sovjetische regisseur und theoretiker vsevolod mejerchold sagte 1922 in einem vortrag:
„die taylorisierung des theaters wird es möglich machen, in einer stunde soviel zu spielen, wie wir heute in vier stunden bieten können.
dafür muß der schauspieler die natürliche fähigkeit zur reflektorischen erregbarkeit besitzen. (...)
die psychologie kann bei einer ganzen reihe von fragen nicht zu einer sicheren lösung kommen. jeder psychische zustand wird durch bestimmte physiologische prozesse hervorgerufen. indem der schauspieler die richtige lösung seines physischen zustandes herausfindet, erreicht er die ausgangsstellung, wo bei ihm die „erregbarkeit“ aufkommt, die die zuschauer ansteckt, sie ins spiel des schauspielers einbezieht (das, was wir früher „erobern des zuschauers“ nannten und was das wesen seines spiels ausmacht). aus einer ganzen reihe von physischen ausgangsstellungen und zuständen entstehen jene „punkte der erregbarkeit“, aus denen dieses oder jenes gefühl erwächst.“

der konstruktivismus mejercholds wollte gefühle und einsichten von außen in dem zuschauer induzieren und stellte sich damit dem alten lehrer stanislawski entgegen: reflektorische erregung der nerven statt psychologischer rührung der seele.
dazu entwickelte er das system der „biomechanik“, die die bewegungen der schauspieler in einzelelemente zergliederte und mechanisierte. zugunsten dieser körperarbeit trat die sprachausbildung bei mejercholds theaterpädagogik zurück und der sektor zirkus entwickelte sich zur hochburg der avandgardisten im volkskommissariats für unterrichtswesen und aufklärung.
die referenz auf die von lenin und trockij geforderte taylorisierung zeigt dabei, wie die darstellende kunst nach der revolution aus der anti-kunst der 10er jahre sich zu einer utilitaristischen kunst entwickelt hatte, einer merkwürdige mischung aus körperkultur, ingenieursnwissenschaft und psychotechnik.

mejercholds biomechanik, ejzenstejns montage der attraktionen, kulešovs koordinatensystem der gefühle oder vertovs kinoki-konzept beruhten direkt oder indirekt auf den forschungen vladimir bechterevs, des russischen vaters der psycho-reflexologie, dessen hypnoseforschungen z.b. in therapieprogrammen für alkoholiker, international anerkannte neurophysiologsiche innovationen waren. bechterev hatte neben seinem rivalen pavlov den russischen part in der implementierung der neuen neuro- und psychowissenschaften übernommen, die in der 2. hälfte des 19. jahrhunderts die experimentelle fragmentierung menschlicher körper vorgenommen hatten. ein schwerpunkt seiner forschungen waren, von der hysterieforschung charcots ausgehend, untersuchungen von massen-illusionen, massen-halluzinationen und massen-besessenheiten. auf dem psychotechnischen kongress „feelings and emotions“ in ohio 1927, kurz vor seinem tod, legte er in seinem vortrag einen entwurf von einem verbundsystem dar, in dem nerven und apparate, stoffwechsel und chemie über den einzelnen körper hinaus zusammengschlossen wären. gefühle sind die messbaren anzeichen dieser verschaltung.

die theaterexperimente mejercholds und ejzenstejns verbanden sich, zumindest für eine gewisse zeit mit der massenbewegung des proletkults, mit den agitationstheater, seinem elektrisierenden elan, seiner karikierenden grobschlächtigkeit der masken und des bühnenbilds und seiner vermischung aus modernen massenmedien und mittelalterlichen laien- und mysterienspielen.
das programm des agitprop ist in dieser interpretation (bzw. anwendung) der taylorisierung durch die konstruktivistische avantgarde mit ihren kollektiven effekten zu sehen. als versuch, die körperpolitik der industriegesellschaft direkt mit einem kollektiven nervensystem zu verkoppeln, dessen knoten die mechanisierte und getaktete bewegung des einzelnen und dessen bahnen die übersubjektiven wahrnehmungen und affekte (klassenbewußsein und klassenhass) sind. kollektivreflexologie vs. massenpsychologie.

auch in deutschland gab es agitproptruppen, die einen regen austausch mit den agitproptruppen der sovjetunion pflegten. allerdings verfolgten sie, da die revolution in deutschland 1919 vorläufig und 1923 endgültig gescheitert war, eher appelative als konstruktivistische ziele. sie agitierten zum beispiel im hamburger interklub die matrosen und waren ein wichtiger bestandteil in der implementierung des „klassenbewußtseins“, das weniger die vergewisserung der zugehörigkeit des einzelnen zu einer gesellschaftlichen formation als vielmehr das übersubjektive bewußtsein, das aus der industriellen masse eine klasse formte, sein sollte.

1931 schrieben bertold brecht, hanns eisler und slatan dudow das lehrstück „die maßnahme“. voraussetzung für dieses irritierende und umstrittene stück war diese „arbeiterkultur“, bestehend aus arbeiterchören, -turnvereinen, -zeitungen, -massenorganisationen und -theatertruppen.
„die maßnahme“ war als lehrstück konzipiert und als solches nicht für eine bürgerliche auffführungspraxis gedacht, sondern als lehr-stück für die aufführenden selbst. „die vorführenden (sänger und spieler) haben die aufgabe, lernend zu lehren. da es in deutschland eine halbe million arbeitersänger gibt, ist die frage, was im singenden vorgeht, mindestens so wichtig wie die frage, was im hörenden vorgeht.“ schrieb brecht zur einübung der maßnahme.
der titel des lehrstücks verweist auf die zwei ebenen der agitation & propaganda. auf der ebene der botschaft die maßnahme zur rettung der strukturen des illegalen apparates: das kollektiv muss den sich in seinem mitgefühl die maske herunterreißenden „jungen genossen“ erschießen und zur auslöschung seines gesichts in die kalkgrube werfen muss (nicht, bevor er dazu sein einverständnis gibt: im interesse des kommunismus / einverstanden mit dem vormarsch der proletarischen massen / aller länder / ja sagend zur revolutionierung der welt) um keine spur zu hinterlassen. auf der ebene der aufführungspraxis im mass-nehmen der stimmen und einsichten der arbeitersänger um sie in einem rhythmisierten maskenspiel mit den millionen zu verkoppeln.

und weil deutschland 1931 schon lange den weg der massenpsychologie eingeschlagen hatte, musste die maßnahme scheitern. anstatt einer kybernetischen rückkopplung von modell und wirklichkeit in der kollektivreflexologie der arbeitersänger konnte sie in deutschland nur als eine religiöse apotheose der leninschen kaderorganisation aufgeführt werden, die sogar die partei selbst verschreckte.

(die hinweise auf bechterev und seine auswirkungen auf die sovjetische avantgarde beziehen sich auf: ute holl, kino, trance und kybernetik, berlin 2002)
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les maîtres fous: geister und ordnung

der französische ethnologe und filmemacher jean rouch wurde 1954 in accra von zwei priestern der haouka, mountyeba und moukayla, gefragt, ob er nicht ihr jährliches ritual filmen könnte. rouch sagte zu und das ergebnis war der film „les maîtres fous“, der sofort nach seiner uraufführung sowohl in frankreich als auch in allen kolonien verboten wurde und dazu führte, dass die anhänger der haouka von den neuen afrikanischen herren im selbständigen ghana auseinandergetrieben wurden.

der haouka-kult war einer der vielen afrikanischen religionsgemeinschaften, deren angehörige im zustand der trance von den göttern und geistern besessen werden. der kult entstand um 1925 in der französichen kolonie niger bei den songhay indem er vom „bori“ der haussa übersprang. „haouka“ ist ein haussa-wort und bedeutet schlicht „verrückt“.
die haouka, die neuen geister dieses kultes, brachten alle lokalen autoritäten gegen sich auf, von den französichen kolonialbehörden und den muslimischen geistlichen bis zu den lokalen priestern der songhay, deren geister die haouka nicht als wahre geister anerkennen wollten. bis auf dongo, dem donnergott der songhay: dieser akzeptierte die haouka als seine gäste, aber er hatte ja auch am 1. weltkrieg teilgenommen (rouch berichtet, dass ihm ein songhay-musiker erzählt habe, eine der schönsten séancen zu ehren dongos habe 1919 in mainz an den ufern des rheins stattgefunden).

der pantheon der götter, die sich in der trance der medien verkörperten, ist zwar bis heute in der lage alle historisch-politichen umwälzungen in form von fremdgeistern zu integrieren (ein nennswertes beispiel dafür simd die „holy spirit mobile forces“, die in den 80er jahren in den bürgerkrieg in uganda eingriffen), aber die haouka waren ein affront, der relativ bald zur isolierung und verbannung ihrer medien und anhänger führte. und aus dieser verbannung enstand der haouka-kult, wie er in den 30er und 40er jahren zur blüte gelangen sollte: als der quasioffizielle kult der saisonarbeiter der songhay, die aus der französischen kolonie niger in die britische gold coast (dem späteren ghana) pendelten. der haouka-kult war ein migrantenkult, den die briten seit den späten 30er jahren duldeten. über die reintegration der saisonarbeiter nach dem 2. weltkrieg zu hause und durch die beharrliche vermittlung dongos konnten die haouka langsam auch zu hause in den pantheon der heimischen götter integriert werden. bis zu dem filmexperiment der priester und rouch.

wer sind die haouka? die haouka sind europäer, kolonialistische funktionsträger, die die alten geister des busches, des wassers und der luft ersetzt haben. im jährlichen ritual ihrer anhänger ergreifen sie von diesen besitz und verwandeln sie in gewalttätige, verrückte funktionsträger. die haouka sind die „dieux de forces“: kaporal gardi, captain malia vom roten meer, generalsekretär gomno, chemoko, der sohn des corporals, der gouverneur und komandan mougou (der „böse kommandant“, der seine anhänger 1927 aus dem gefängnis befreite, in das sie der französische kommandant crocchicia gesperrt hatte), die „dieux de la technique“: die lokomotive guerba, der lastwagenfahrer samkaki und die „dieux de la ville“ madame locotoro z.b.

die besessenheit ist extrem und schockierend: sie fängt an mit einem einzelnen zucken im fuß, geht dann übers bein auf den ganzen körper über und ergreift am ende mit brutaler gewalt das komplette nervenkostüm des tänzers, schreie, rollende augen, schaum vor dem mund, taumelnder gang. rouch sagte: „in allen filmen, die ich zum besessenheitstanz gedreht habe, sind die gesten der tänzer abgerundet, weich, gelöst selbst in der größten heftigkeit, während sie in les maîtres fous eckig, grobschlächtig und lächerlich sind.“ denn die haouka bilden als geister, die den europäern, seien sie nun menschen oder maschinen, abgezogen worden sind, die europäischen sensomotorik ab: den militärischen drill, der weltmacht unter den körpertechniken, ohne die der kolonialismus nicht so erfolgreich gewesen wäre (wie besonders beim kaporal gardi) und das hin- und herrasen auf der geraden, die zwei punkte im cartesianischen system verbindet (wie bei guerba, der lokomotive).
eine ständige wiederholung ausgewählter, segmentierter und isometrischer bewegungsdetails, die die trance der haouka zur vorlage für spontane varianten benutzt, und wieder in schlingernde und unberechenbare bewegung umsetzt.

was man in der trance zu sehen bekommt, sind keine handlungen, sondern nur die effekte von handlungen, die äußerlichkeit eines bewegtwerdens oder folgeleistens. die handlung der haouka ist eine rudimentäre verhandlung. nachdem die einzelnen funktionsträger mühsam und mit zum teil brutaler gewalt zur round-table-konferenz beim palast des gouverneurs versammelt wurden, beratschlagen sie darüber, ob der hund, den der priester herbeigeschafft hat, roh verzehrt oder erst gekocht werden soll. nachdem dem hund die kehle durchgeschnitten wurde, wird er schließlich in einen kochtopf geworfen und ziemlich schnell und mit bloßen händen wieder aus dem kochenden wasser gefischt. es waren besonders die bilder der erhitzt debattierenden haouka, deren speichelschaum sich mit dem blut des hundes vermischte, die die zuschauer schockierte und zum verbot sowohl des filmes als auch des kultes führten.
„es ist dasselbe protokoll, aber eine andere ordnung“ sagt rouch in dem kommentar.

der französische kommandant crocchia (wer ist das abbild wessen?), der die haouka 1927 zusammentreiben und einsperren ließ, zwang sie dazu, die existenz er geister zu leugnen und zu sagen: „es gibt keine haouka“. an dieses ereignis erinnert die lokomotive guerba am anfang des rituals, als er beichtet: „ich habe mich über die haouka lustig gemacht, ich habe gesagt, es gibt keine haouka“ und er muss, um zu zeigen, dass er wirklich ein haouka ist, später beweisen, dass er unverletzlich ist, in dem er während seines hin- und herrasens sich eine fackel an die brust drückt. am ende ist es guerba, der sich am schwersten von seinem medium trennen kann und, als die lokomotive endlich zum stehen kommt, dampf ablässt und sagt, dass es ein sehr schönes fest gewesen sei und dass man es nächstes jahr zweimal begehen solle „das würde uns, die haouka, sehr freuen.“

zweimal, weil die priester den europäer rouch gebeten haben, das ritual zu filmen und damit den neuen medien-mächten der europäer ihr bia, ihr double abzuziehen geplant hatten. das zutrauen der priester, auch diese kräfte noch kontrollieren zu können, war ein neuer beweis für die furchtlosigkeit der haouka.

(siehe: erhard schüttpelz, die moderne im spiegel des primitiven, münchen 2005)
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HH-credits:

buch: peter ott, ted gaier, peter purtschert
regie: peter ott, ted gaier
regieassistenz: thomas buttewegkamera: deborah schamoni
kameraasistenz: timo schierhorn
licht: hans kötter, emma simon
best boys: volker redeker, fritz butze
soundgestaltung: ted gaier, peter ott
produktionsleitung: jan peters
aufnahmeleitung: dörte künzig, jons vukorep
speziallocationservice hafen: jochen dehn
fahrer: christian straub, thorsten bruch
szenenbildner: maren grimm, oliver gemballa
szenenbildassistenz: marion pfender, gesine knuth
kostüm: juliane solmsdorf
konstümassistenz: elisabeth weiß
maske: kirsten knoop
zusatzmaske: juliane wex
tiertrainer: miriam fiordeponti
projektionstechnik: christopher mondt
endschnitt & -dramaturgie: sandra trostel
onlineschnitt: frank unsinn, schnittlust
farbkorrektur: susi montgomery, vcc
tonmischung: sascha heiny, loft studios
catering: pino mignogna, martin kleffner
praktikum: olga irshaid
kommunistische buchhaltung: frank john
plattdeutschconsultans: carsten ramcke,
herr herrmann, familie krabbenhöft, antje postel
russischconsultants: alexandra gramatke, olga irshaid, gabor altorjay
französischconsultant: francoise cactus
dank an:
die seeleute im und außerhalb des bildes, seemannsmission duckdalben, greenpeace hamburg, das team von der stubnitz, dampf-eisbrecher stettin e.v., abbildungszentrum, wohngemeinschaft spielbudenplatz, hajusom, ms gothmund, dien hong rostock
„reflektorische erregung 1“
m: ted gaier, peter ott
„reflektorische erregung 2“
m: ted gaier, peter ott
„herdentrieb & hospitalismus“
m: schwabinggrad ballett
„jean rouch stomp“
m: ted gaier, peter ott
„song von den genossen“
t: ute holl
m: ted gaier, thomas wenzel, peter ott, melissa logan,
„geistersonate (ver.di-blues)“
m: ted gaier, peter ott
„expropriate ecstasy“
m: mense reents
„bedenkt, es wird ein opfer geben müssen“
m: ted gaier, peter ott
„reflektorische erregung 4“
m: ted gaier, peter ott
„die fahrt zum toten“
m: ted gaier, peter ott
„einheitsfrontlied“
m: eisler/brötzmann/van hove/bennink fmp
gefördert durch die filmförderung hamburg-schelswig-holstein und die kulturstiftung des bundes
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HH-cast:

Rodriguez: Dschingis Bowakow
Ismael: Ibrahima Sanogo
Mathew: Olajide Akinyosoye
Pedro: Andreas Matti
Vera: Martina Schiesser
Jan: Moses Holl
Jochen: Ted Gaier
Deborah: Deborah Schamoni
Gustaf: Jens Rachut
Pew: Laika
Anja: Melissa Logan
Baby: Sid Logan
Torsten: Matthias Breitenbach
Christiane: Myriam Schröder
Kraus: Bill Parton
Matrose Rheinland #1: Sosani Ragib
Matrose Rheinland #2: Ibrahima Bah
Matrose Rheinland #3: Ando Yoo
Matrose Rheinland #4: Ismael Nabe
Katrin: Vivian Mahler
Chinesischer Matrose: Chico
Tageskind#1: Laura Krabbenhöft
Tageskind#2: Zeki Alatur
Tageskind#3: Ozan Alatur
Phillipinischer Matrose #1: Gilberto Lopez
Phillipinischer Matrose #2: Randy Mehrländer
Phillipinischer Matrose #3: Rodolfo Aquino
Phillipinischer Matrose #4: Jaima Cortez
Phillipinischer Matrose #5: Fermin Del Castillo
Phillipinischer Matrose #6: Teodorico Florida
Phillipinischer Matrose #7: Eduardo Genese
Phillipinischer Matrose #8: Alfredo Jebunan
Phillipinischer Matrose #9: Aron-Benedikt Sanchez
Phillipinischer Matrose #10: Danilo Santos
Passagier Barkasse#1: Silke Fischer
Passagier Barkasse#2: Jochen Dehn
Passagier Barkasse #3: Hanna Linn Wiegel
Tote#1: Ute Holl
Tote#2: Charlotte Pfeifer
Toter#1: Christoph Schäfer
Toter#2: Ecki Heins
Matrose Rheinland #5: Sascha Baron
Matrose Rheinland #6: Roland Adjao
Matrose Rheinland #7: Diawara Ousimonu
Matrose Rheinland #8: Jöran Pooth
Matrose Rheinland #9: Arman Marcak
Matrose  Rheinland #10: Jons Vukorep
Immigrant#1: Rita Zulu
Immigrant#2: Hassan Jalloh
Immigrant#3: Ramota Naequoye
Immigrant#4: Aminata Jalloh
Immigrant#5: Mainuna Kamara
Tote#3: Juliane Engelmann
Toter#3: Carsten Meyer-Lüdgens
Geist#1: Jan Karpinski
Geist#2: Monika Bohrmann
Geist#3: Florian Frötscher
Geist#4: Daniel Matzke
Polizist#1: Jan Peters
Polizist#2: Thomas Wenzel
Partygast#1: Ruben Cardenas
Partygast#2: Anna Hildebrandt
Partygast#3: Nona Melikju
Partygast#4: Hero Ismaelow
Partygast#5: Ahmed Ossman
Partygast#6: Masen Ossman
Partygast#7: Zooi Tamojan
Partygast#8: Juliane Solmsdorf
Großmutter: Martha Rühsen
Polizist#3: Heiko Marn
Polizistin#1: Dörte Künzig
Polizistin#2: Maren Grimm
Polizist#4: Johannes Jauß
Polizistin#3: Katrin Wildner
Polizist#5:  Tobias Büchner
Polizist#6: Volker Redeker
Autofahrer: Peter Ott
Wachmann: Oliver Gemballa
Gestalt#1: Hans Kötter
Gestalt#2: Thomas Butteweg

Interviewpartner:
Christiane Kuhrt (Hamburg Port Authority)
Florian Marten (Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft)
Gerald Hirt (Hamburg Port Consulting)
Jörg Stange (International Transport Workers Federation)
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downloads & links:

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hölle hamburg soundtrack (feat. melissa logan, schwabinggrad ballett, mense reents, peter broetzmann) bei finetunes


ute holl: kino, trance und kybernetik, berlin 2002
erhard schüttpelz: die moderne im spiegel des primitiven, berlin 2005
ernst von waldenfels: der spion, der aus deutschland kam, berlin 2002

jean rouch: les mâitres fous auf youtube




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 









































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Rezensionen

offline (pdf-download):

Süddeutsche Zeitung 10.01.10 (Becker)
jungle world 11-08
(Stakemeier)
taz berlin 19/03/08 (Diederichsen)
konkret 03/08 (Kuhlbrodt)
szene hamburg 03/08 (Schöning)
taz nord 06/03/08 (Matthies)
Hamburger Morgenpost 06/03/08 (Alberts)
Hamburger Abendblatt 06/03/08

online:

jungle-world.com
the thing
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klappe auf (karlsruhe)
filmzentrale.com

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